LZ OstDie Starken aus dem Osten
300 bar
01 · Ablauf 02 · Mayday 03 · SHF-Check 04 · Luftmanagement 05 · Bereitstellung 06 · Checklisten 07 · Hygiene 08 · Standardeinsatzregeln 09 · Unterlagen
Wappen LZ Ost
Interne Referenz · Stand August 2026

Atemschutz
notfall.

Mayday, Sicherheitstrupp und Luftmanagement an einem Ort — zusammengeführt aus der Konzeption, den Trainingsunterlagen des LZ Ost und den Checklisten & Standardeinsatzregeln von den Starken aus dem Osten.

FwDV 7 Sicherheitstrupp 0/2/2 Mayday-Schema SHF-Check
Handlungsleitfaden

Ablauf im Notfall — 5 Phasen

Der komplette Ablauf, wie er als Wandschaubild im Gerätehaus hängt. Trupp bleibt in jeder Phase zusammen — getrennte Retter sind selbst ein neuer Notfall.

01

Erkennen

SHF-Check, ca. 15 Sek. Ruhe bewahren, Trupp bleibt zusammen.

02

Melden

Mayday absetzen. Kennwort, Position, Notlage. Auf Quittung warten.

03

Atemluft sichern

Vor jedem Transport: Lungenautomat prüfen/wechseln, Zweitanschluss, Ventil ganz auf.

04

Retten

Crashrettung. Kürzester Weg ins Freie, bodennah, Trupp zusammen.

05

Übergeben

An Rettungsdienst. Flaschendruck & Zeiten melden.

Merke: Atemluft vor dem Transport sichern — häufigster Fehler ist sofortiges Ziehen ohne Lungenautomaten-Check.
Übungsabbruch bzw. realer Alarm — sofort stoppen, ohne Diskussion, ohne Nachfrage
Funk

Mayday-Meldeschema

Verbindliches Schema nach Abschnitt 4.3 der Konzeption. Hat Vorrang vor jedem anderen Funkverkehr.

Notfallmeldung
Vorrang vor allem Funkverkehr
1 · Kennwort„Mayday – Mayday – Mayday"
2 · WerMeldender Trupp / Funkrufname
3 · WasArt der Notlage
4 · WoGenaue Position, Zugang / Eindringstelle
5 · SelbstrettungMöglich ja / nein
6 · AbschlussMayday – kommen — auf Quittung warten
Lagebeurteilung

Der SHF-Check

Wenige Sekunden, bevor mit der Rettung begonnen wird — klärt, was überhaupt los ist.

S

Sehen

Lage, Position, Einklemmung, Bebänderung. Sichtbare Verletzung?

H

Hören

Atmet die Person? Arbeitet der Lungenautomat, zischt es irgendwo?

F

Fühlen

Manometer ablesen, Maskendichtsitz, Brustkorbbewegung ertasten.

Luftbudget

Luftmanagement im Notfall

Ein Atemschutznotfall ist immer auch ein Problem des verbleibenden Luftvorrats. Das Rechenbeispiel nach Dietmar Kuhn zeigt, wie wenig am Ende für die Rettung bleibt.

0 300 bar
200
BAR FLASCHENDRUCK
Start des Angriffstrupps

Das Fallbeispiel

Ein Drittel der Luft für den Hinweg, zwei Drittel für den Rückweg — die Faustregel aus FwDV 7. Der Notfall tritt genau beim Rückweg-Antritt ein: Es bleiben 40 bar. Exakt die Menge, die der Trupp ohne jede Reserve für diese Strecke gebraucht hätte.

Start200 bar
Ziel erreicht (Hinweg −40)160 bar
Rückweg angetreten80 bar
Notfall — Rest für Rettung40 bar
Kettenreaktion Sicherheitstrupp: Der Sicherheitstrupp verbraucht selbst rund 40 bar für den Anmarsch. Kurzer Anmarschweg → schnelleres Eintreffen → weniger Luftverbrauch des Verunfallten → weniger Luftverbrauch des Sicherheitstrupps.
Taktik

Wo steht der Sicherheitstrupp?

Die Position der Bereitstellung ist keine Nebensache — sie entscheidet über Anmarschzeit und damit über verbleibende Luft.

Langsam

Vor dem Gebäude

Klassisch, aber langsamste Variante. Langer Anmarschweg kostet Sicherheitstrupp und Verunfalltem wertvolle Luft.

Besser

2 Etagen unter Brandetage

Deutlich kürzerer Anmarschweg, ohne sich selbst unnötig der Gefahrenlage auszusetzen.

Kürzester Weg

Hinter Rauchabschlusstür

Am nächsten an der Einsatzstelle, geschützt durch die Tür. Kürzester sinnvoller Anmarschweg.

Kurzer Anmarschweg schnelleres Eintreffen weniger Luftverbrauch Verunfallter weniger Luftverbrauch Sicherheitstrupp
Einsatzvorbereitung · Die Starken aus dem Osten

Checklisten Ausrüstung

Ausstattung je Trupp beim Brandeinsatz. Zum Aufklappen — zur Kontrolle vor dem Ausrücken.

Trupp (allgemein) Basisausstattung für jeden Trupp+
Persönliche Schutzausrüstung
  • Feuerwehrhelm
  • Überjacke (HUPF)
  • Überhose (HUPF)
  • Feuerwehrsicherheitsstiefel
  • Feuerwehrschutzhandschuhe
  • Flammschutzhaube (in der Jackentasche)
  • Feuerwehrsicherheitsgurt
  • Bandschlinge (in der Hosentasche)
  • Rettungsmesser
Angriffstrupp Menschenrettung, Brandbekämpfung+
Persönliche Schutzausrüstung
  • Feuerwehrhelm
  • Überjacke (HUPF)
  • Überhose (HUPF)
  • Feuerwehrsicherheitsstiefel
  • Feuerwehrschutzhandschuhe
  • Flammschutzhaube
  • Feuerwehrsicherheitsgurt
  • Bandschlinge
  • Rettungsmesser
Weitere Ausrüstung
  • Atemschutzmaske
  • Pressluftatmer
  • Fluchthaube
  • Knicklampe
  • Feuerwehrleine
Truppführer
  • Funkgerät mit Helmsprechgarnitur
  • Feuerwehraxt / ggf. Halligan Tool
  • ggf. Wärmebildkamera
  • ggf. mobiler Rauchverschluss
Truppmann
  • Funkgerät mit Helmsprechgarnitur (leise gestellt)
  • Strahlrohr, ggf. Hohlstrahlrohr
  • Schlauchtragekörbe bzw. Schlauchpaket (falls kein Schlauchtrupp vorhanden)
Sicherheitstrupp 0/2/2 · ausschließlich Rettung+
Persönliche Schutzausrüstung
  • Feuerwehrhelm
  • Überjacke (HUPF)
  • Überhose (HUPF)
  • Feuerwehrsicherheitsstiefel
  • Feuerwehrschutzhandschuhe
  • Flammschutzhaube
  • Feuerwehrsicherheitsgurt
  • Bandschlinge
  • Rettungsmesser
Weitere Ausrüstung
  • Atemschutzmaske
  • Atemschutzgerät
  • Atemschutznotfalltasche
  • Knicklampe
  • Feuerwehrleine
  • Bergetuch
  • Feuerwehraxt, ggf. Halligan Tool
  • ggf. Wärmebildkamera
  • ggf. mobiler Rauchverschluss
Funk
  • Truppführer: Funkgerät mit Helmsprechgarnitur
  • Truppmann: Funkgerät mit Helmsprechgarnitur (leise gestellt)
Geräteplane „Sicherheitstrupp“
  • Verteiler mit B-Schlauch
  • Strahlrohr, ggf. Hohlstrahlrohr
  • Schlauchtragekörbe bzw. Schlauchpaket (falls kein Schlauchtrupp vorhanden)
  • Rettungssäge
  • Feuerwehraxt / Halligan Tool
  • Sanitätsrucksack
  • Schleifkorbtrage
Nachsorge · Die Starken aus dem Osten

Hygienekonzept nach dem Brandeinsatz

Kontrolle der PSA nach jedem Brandeinsatz — Verzweigung je nach Verschmutzung.

Nach jedem Brandeinsatz
Kontrolle der PSA
PSA riecht nach Brandrauch / sichtbar verschmutzt
Betreten von Einsatzfahrzeugen nicht möglich
Ablegen der PSA, in Säcken verpacken1. PSA mit D-Strahlrohr abduschen · 2. Säcke nicht im Mannschaftsraum verstauen
Grobreinigung Hände, Hals, GesichtHygieneboard auf dem Fahrzeug
Anziehen der Trainingsanzüge
PSA riecht nicht / nicht sichtbar verschmutzt
Kein Ablegen notwendig
PSA weiterhin einsatzbereit
↓ ↓
Betreten von Einsatzfahrzeugen möglich
Merkhilfe
S

Schutzausrüstung vollständig anlegen und schließen

A

Atemschutz nutzen

U

Überwachung und Dokumentation

B

Brandschutzkleidung nach dem Brandeinsatz zügig ausziehen

E

Erstreinigung von Händen, Hals und Gesicht noch an der Einsatzstelle

R

Rücktransport der kontaminierten PSA und Ausrüstung nicht im Mannschaftsraum

Standardeinsatzregel · Die Starken aus dem Osten

Brandbekämpfung Innenangriff

Aufgabenverteilung je nach ersteintreffendem Fahrzeug. Wer den Sicherheitstrupp stellt, ändert sich mit der Einsatzmittelkette.

Besatzung HLF 20/1 ersteintreffendes LF+
EinsatzmittelketteKdoW, ELW, HLF 20/1, DLK 23/12, LF 10/1, LFKat S, RTW, ggf. LZ Ost
AnfahrtAn der Einsatzstelle vorbeiziehen, Platz für DL schaffen
Ost
GF 1.DMO 310_F*
GF 2.DMO 313_F*
AtemschutzDMO 313_F*
FahrzeugführerAnfahrt/Einsatzart festlegen, Lageerkundung, Leitung & Überwachung Innenangriff — verantwortlich für Atemschutzüberwachung, benennt Bereitstellungsraum.
MaschinistFahrer, Bediener FP & Sonderaggregate, Durchführung Atemschutzüberwachung, Funk überwachen (bis ELW eintrifft).
AngriffstruppSetzt Schnellangriffsverteiler, legt C-Leitung selbst, Menschenrettung, Brandbekämpfung, Kontrolle des Gebäudes, Abluftöffnung schaffen.
WassertruppSichert ggf. gegen Verkehrsgefahren, Löschwasserversorgung LF→Hydrant, wird Sicherheitstrupp bis weitere Einheiten eintreffen, dann ggf. 2. Angriffstrupp.
SchlauchtruppArbeitet nach Weisung des GF, z. B. Lüfter vornehmen.
Besatzung LF 10/1 stellt 1. Sicherheitstrupp+
EinsatzmittelketteKdoW, ELW, HLF 20/1, DLK 23/12, LF 10/1, LF KatS, RTW u. w.
AnfahrtAusreichend weit hinter DL aufstellen
FahrzeugführerAnfahrt festlegen, Führung & Überwachung Sicherheitstrupp und 2. Angriffstrupp — verantwortlich für Atemschutzüberwachung.
MaschinistFahrer, Bediener FP & Sonderaggregate, Durchführung Atemschutzüberwachung, Funk überwachen (bis ELW eintrifft).
Angriffstrupp1. Sicherheitstrupp.
WassertruppWasserversorgung zum Verteiler, Aufbau Plane mit Geräten für Sicherheitstrupp / 2. Angriffstrupp.
SchlauchtruppLegt C-Schlauchleitung für Sicherheitstrupp und Angriffstrupp, arbeitet nach Weisung des GF.
Besatzung LF KatS Betreuung / Nachrücker+
EinsatzmittelketteKdoW, ELW, HLF 20/1, DLK 23/12, LF 10/1, LF KatS, RTW u. w.
AnfahrtAusreichend weit vor der Einsatzstelle, falls vorhanden in den Bereitstellungsraum
GFDMO 310_F* / DMO 313_F*
AtemschutzDMO 313_F*
FahrzeugführerAnfahrt festlegen, meldet sich beim Einsatzleiter — verantwortlich für Atemschutzüberwachung, Einsatzauftrag nach Weisung EL. Betreuung verletzter/betroffener Personen, Feststellung Anzahl, Vollzähligkeit, Verbleib (Meldung an EL). Ggf. B-Leitung zu weiter entfernter Löschwasserentnahmestelle.
Angriffstrupp / WassertruppArbeiten auf Weisung des Gruppenführers, Wassertrupp wird ggf. 2. Sicherheitstrupp.
SchlauchtruppArbeitet auf Weisung des Gruppenführers.
Downloads

Unterlagen

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PDF

Sicherheitstrupp - Luftmanagment

Warum die Position des Sicherheitstrupps über Leben und Tod entscheiden kann

46.8 KB · 2026-08-25
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